Geschichtsklitternde Fortschrittler argumentieren gerne so: Es sei ihnen kein einziger Fall bekannt, wonach Aufklaerer religioese Glaeubige verbrannt haetten. Die Verbrenner seien immer religioese Fanatiker gewesen, die andere religioese Menschen verbrannt haetten.
Das Argument haelt den Tatsachen nicht stand. Betrachten wir die Franzoesische Revolution... Gemeinhin wird der militaerische bzw. politische Sieg der 'Vernuenftigen' von ihnen selbst in den Zeitraum zwischen 1789 und 1799 in Frankreich gelegt.
Eine der ersten Amtshandlungen der neuen Maechtigen war 1789 die sogenannte Saekularisation [1] - also die Enteignung von kirchlichem Eigentum, und die Ueberfuehrung desselben meistens in Staatsbesitz. 1790 wurden die Kloester geschleift. Auch mussten alle Priester unter Strafandrohung im Sommer 1790 einen Treueeid auf die neue, staatliche (Kirchen-)Ordnung leisten. Wer den Eid verweigerte, galt als Feind der Revolution und Anhaenger der Konterrevolution und wurde verfolgt und hart bestraft, oft genug mit dem Tode. Der Staat war nun fuer die Priester verantwortlich und bezahlte sie und hatte sie damit in der Hand. Aus der Kirche, die dem Papst gehorchte, sollte eine handzahme Staatskirche werden.
Die Revolution wurde immer blutiger und entwickelte sich schnell in Richtung Diktatur.
Die Zeit der organisierten Schreckensherrschaft (la terreur) [2] begann. Am 17. September 1793 beschlossen die Abgeordneten des Nationalkonvents das 'Gesetz ueber die Verdaechtigen'. Dieses Gesetz gab neu eingerichteten 'Ueberwachungsausschuessen' die Vollmacht, Haftbefehle gegen 'verdaechtige' Personen auszustellen. Als verdaechtig galten alle, die sich durch ihre Ansichten oder ihre Haltung als angebliche 'Feinde der Freiheit' erwiesen. Den Verhafteten wurden dann von Revolutionstribunalen ein kurzer Prozess gemacht.
In einem "Tugendstaat" sei "das Volk durch Vernunft zu leiten und die Feinde des Volkes durch terreur zu beherrschen", so Robespierre am 5. Februar 1794 vor dem Nationalkonvent: "Terror ist nichts anderes als strenge und unbeugsame Gerechtigkeit. Er ist eine Offenbarung der Tugend. Der Terror ist nicht ein besonderes Prinzip der Demokratie, sondern er ergibt sich aus ihren Grundsaetzen, welche dem Vaterland als dringendste Sorge am Herzen liegen muessen." - Dem Exekutivorgan dieses Staatsterrors, dem Pariser Revolutionstribunal, fiel Robespierre noch im selben Jahr selbst zum Opfer.
Die Entchristianisierung (franz. déchristianisation) [3] war eines der zentralen Anliegen der Revolutionaere. Das Christentum sollte aus dem oeffentlichen Leben verbannt und - wenn ueberhaupt - nur noch im privaten Leben zugelassen werden. Diese Entchristianisierung wurde zum Teil aeusserst gewalttaetig praktiziert. Genaue Zahlen ueber die Anzahl der Opfer gibt es nicht. Es ist davon auszugehen, dass waehrend der Jahre der Revolution zehntausende von Christen (meistens Katholiken) ihr Leben lassen mussten. Im Namen von 'Fortschritt' und 'Venunft'versteht sich.
Fortschrittler wollen davon heute nichts mehr wissen und leugnen lieber den Mord an franzoesischen Christen. Ihr verklaerendes Bild von 'Fortschritt' und 'Vernunft' soll keine blutigen Flecken kriegen.
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[1] Vgl.
WIKIPEDIA: Saekularisation +
WIKIPEDIA: Nationalgüter - Interessant ist, dass der Beantrager der Saekularisation selbst ein wenn auch abtruenniger Priester war - der ehemalige Bischof von Autun,
Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord.
[2] Vgl.
WIKIPEDIA: Terrorherrschaft[3] Vgl.
WIKIPEDIA: Entchristianisierung (Französische Revolution)Related Blog(s)...